Mein Schlauchmagen

Vorbereitungen zur Schlauchmagen OP

  • 7. August 2017

Um sich einer Schlauchmagen Operation unterziehen zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen. Schließlich sollen sich alle einig sein, dass die Operation eine medizinisch notwendige ist; Der Medizinische Dienst der Krankenkassen, die behandelnden Ärzte und letztendlich der Patient selbst. Meine Frau hatte bereits im Vorfeld eine gewisse Sicherheit. Aber ihre Expertise zählte hierbei nicht.

Die medizinischen Vorbereitungen gliedern sich in verschiedene Maßnahmen:

Die psychologische Untersuchung

Natürlich zielte die Befragung durch den Psychologen in eine Richtung: Welche Nachteile hat es für einen, dick zu sein und welche Effekte hat es auf dein Leben und Deine psychische Verfassung. Alle Fragen wurden ehrlich beantwortet und führten auch zu der Entscheidung, meinen Antrag zu unterstützen. So wie der Arzt schnaufte, habe ich mir vorgestellt wie ich ihm selbst die Fragen stelle und welche Antworten er so drauf hätte. Ich war mir aber schnell im Klaren, dass er mir meinen OP-Platz streitig machen würde, also begrub ich die Idee und beantwortete die Fragen mit entsprechendem Befund.

Die endokrinologische Untersuchung:

Neben allgemeinen Fragen zur Gesundheit ging es natürlich um die körperlichen Belastungen, die Anlass waren, mich erneut dem Projekt “Schlauchmagen” zu widmen. Wie steht es um die Kniegelenke, wie hoch ist das Gewicht, wie hoch der entsprechende Body Mass Index? Welche Vorerkrankungen gibt es noch, die einen operativen Eingriff rechtfertigen? Bei mir z. B. war es eine Schlafapnoe.

Bei der ersten Untersuchung auf dem Weg zum Ziel Schlauchmagen, an einem Montag, wurden mir auch gleich fünf Ampullen Blut abgenommen. Das Blut schien mir dunkel und klebrig und Ich erinnerte mich an die Zeit, in der ich regelmäßig Blut spenden war; Da sah das Blut irgendwie heller aus. Klar, durch die regelmäßige Abnahme wurde stets neues, frisches Blut im Körper erzeugt und wenn ich mich nicht irre, sieht frisches Blut im Allgemeinen heller aus. Ich meine, dass liegt an der Zusammensetzung und dem Sauerstoffgehalt. Also habe ich die Idee mit der Blutabnahme für gut befunden.

Der nächste Termin war bereits am Folgetag: Wieder Blut abnehmen. Ich begann zu zweifeln. Das kam mir dann doch spanisch vor. Man könnte meinen, ich saß bei einer Vampir-Organisation.
Warum also nun wieder so viel Blut. Zum einen werden verschiedenste Analysen im Labor durchgeführt. Zum anderen gelten die am ersten Tag erhobenen Werte als Basalwert, also einem Grundwert zum Vergleich auf die Werte des darauf folgenden Tages. Denn eines war heute anders; Ich befand mich mitten im

Dexamethasonhemmtest

Noch Montag Abend habe ich abends um 23:00 Uhr vier Tabletten Dexamethason geschluckt.

Beim Dexamethason-Kurztest handelt es sich um eine endokrinologische Laboruntersuchung und um einen Provokationstest um das Verhalten bestimmter Cortisol-Werte zu bestimmen, die z. B, auf das Vorhandensein von Adipositas hinweist. Doch es sollte noch weiteres Blut am Freitag abgenommen werden. Ich fragte mich langsam, wann endlich ‚Blade‘ um die Ecke kommen wird.

Warum also wieder Aderlass? Es folgte der

Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest)

Vorbereitend wird drei Tage vorher ganz normal gegessen und sich wie gewohnt bewegt. Sport wie die Zunahme von hohen Alkoholkonsums kann das Ergebnis verfälschen, also hielt ich es wie gewohnt: Kein Sport und kein Alkohol; Wenn schon, denn schon. Da kenn ich ja nichts.

Am Donnerstag Abend durfte ich ab 22:00 Uhr nur noch Wasser trinken. Erkläre das mal einen Kaffee-Junkie, der zum Einschlafen und morgens zum Wachwerden zwei Pötte Kaffee trinkt. Ich war völlig irritiert. Selbst mein Kaffeevollautomat hat mich schief angeschaut. Vielleicht habe ich auch zu viel hineininterpretiert, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mir zumindest meine Zigarettenschachtel Botschaften gesendet hat: “Rauch uns; Nimm uns, nur einen Zug!“

Das war dann schon eine andere Hausnummer. Da geht einiges in einem vor. Sogleich wurde das Buch von Allen Carr “Endlich Nichtraucher” bestellt. Noch in der Nacht beschloss ich es zu rauchen, wenn es kommt.

Ich ergriff Freitag morgens zur zuvor besorgten Flasche ‚Accucheck‘, die ich im Tausch gegen ein Rezept und fünf Euro noch was erhalten habe und fuhr ins Krankenhaus…

Hier habe ich schnell bemerkt, dass nicht mehr mit Flexülen gearbeitet wird, sondern für jede der drei anstehenden Blutentnahmen mit jeweils neuen Spritzen neu angesetzt wurde. Nachdem ich mich also bereits Montag und Dienstag löchern ließ, sollte ich am Ende der Prozedur wie ein Junkie aussehen.

Nach der ersten Abnahme musste ich innerhalb von 10 Minuten den echt widerlichen Saft aus oben benannter Flasche austrinken. 300 ml sind kein Pappenstiel, wenn es partout nicht schmeckt. Bereits nach 10 Minuten bemerkte ich die Wirkung. Ich wurde müde. Sehr müde! Ganz müde! Im Wahrsten Sinne des Wortes: Ein Belastungstest für meinen Körper.

Ich ertappte mich, dass ich wohl zwei, drei Mal eingenickt sein musste. Die übrigen Patienten im Wartebereich schauten mich zumindest amüsiert an, als ich jedes Mal den Kopf hob. Habe ich geschnarcht? Ich bin der Schnarcher vorm Herren. Aber eigentlich würde ich das im Hals merken, denn nach dem Schnarchen spüre ich meist ein etwas raues Gefühl im Hals; Das war heute nicht der Fall.

Nach einer Stunde folgte die zweite Blutabnahme, nach der zweiten Stunde die dritte. Zwischendurch einnicken und sich anlächeln lassen. Ich habe beschlossen, alles anzunehmen wie es das Universum für mich bestimmt hat: Lauter netter Leute, die sich für mich freuen und in meinem Ziel begleiten. Dann konnte ich nach Hause fahren. Und Rauchen. Und Kaffee trinken. Und Sport machen. Theoretisch.

Einfach nur müde, ich will meinen Schlauchmagen!
Meinen Plan im Homeoffice fleißig zu sein, konnte ich jedoch schnell begraben. Kopfschmerzen und die Signale meines Darms, diesen Saft endlich wieder loszuwerden, begleiteten mich bis abends. Ein Mittagsschlaf brachte leider auch nicht die erwünschte Wirkung. Egal, der Tag war futsch, aber er diente einem guten Zweck. Welchen noch mal genau? Schlauchmagen? Egal.

Offensichtlich bin ich nicht der einzige, der diese Erfahrung mit dem Zuckerbelastungstest gemacht. Weitere Quellen finden sich hier und hier.

Sollte ich das selber noch einmal lesen: Es war der Tag, an welchem ich beide Frauen – Mutter wie Tochter – zur Quarantäne in den Westflügel schob, da sie beide Halsschmerzen und Schnupfen hatten. Meine Tochter musste zum HNO, da das einsetzende Nasenbluten nicht enden wollte. Ein Löten war unmöglich, da alles bereits offen war. Somit stand ja noch die Pflege der beiden an. Tee kochen, Essen machen usw… Kurz: Schlachten wäre einfacher gewesen. Aber ich habe die Schnauze voll von Blut.

Magenspiegelung ebnet die Schlauchmagen OP

Letztendlich wurde eine Magenspiegelung durchgeführt. Diese dient dazu, sich bereits im Vorfeld ein Bild zu machen, wie es denn um Magen und Speiseröhre verhält. Man möchte Gefahren ausschließen, die z. B. eine Schlauchmagen Operation unmöglich machen. Dazu wird eine Probe aus dem Magen genommen und ins Labor geschickt. Beispielsweise würde das Vorhandensein bestimmter Bakterien im Magen-Darm-Trakt bedeuten, dass erst einmal nicht operiert werden kann. Auch wird nach Auffälligkeiten geschaut. Meine Hoffnung, das sie gleich den Magen rausnehmen war schnell verpufft.

Die vorbereitenden Module habe ich hier ein wenig näher beleuchtet.

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